aktualisiert
Einsätze 03 1010
am 31.03.2016

Web Design

Förderverein Schnellzugdampflok 03 1010 e.V.

031010-PlanPano_web031010-PlanPano_web

Mit Doppelklick auf Lok Panorama öffnen.

Infos zur Schnellzugdampflok 03 1010

                 

                03 1010   “Das Röhrende Monster

                Technische Daten:

                Baujahr                                     1940

                Hersteller                                  Borsig Hennigsdorf

                Dienstmasse                           164,7 t

                Länge über Puffer                  23 905 mm

                Lokgattung                              2´ C1´ h3

                Leistung                                   ca. 1900 PS

                Höchstgeschwindigkeit        140 km/h

                Treibraddurchmesser           2000 mm

                Brennstoffvorrat                     10 t (Kohle)

                Wasserkasteninhalt                34 m3

 

 

Der geplante Schnellzugverkehr mit Dampflokomotiven bei der  Deutschen Reichsbahn zum Ende der 1930er Jahre, erforderte für den  Einsatz auf Strecken mit nur 18 t Achslast eine Weiterentwicklung der  erfolgreichen, aber mit 130 km/h zu langsamen Baureihe 03. Wie auch bei  der Baureihe 01, entschied sich die Hauptverwaltung der Reichsbahn für  den Bau einer Dreizylinder-Lokomotive mit Stromlinienverkleidung. Die  Vorauslokomotiven 03 1001 und 03 1002 lieferte die Firma Borsig im Jahr  1939. Insgesamt sollten 140 Lokomotiven der Baureihe 03.10 gebaut  werden, doch auf Grund des Zweiten Weltkrieges und der damit verbundenen Wirtschaftssituation wurden die Aufträge storniert und nur 60 Maschinen in Dienst gestellt. Neben der Firma Borsig lieferten auch Krauss-Maffei und Krupp diese Lokomotivbaureihe aus.

Als Weiterentwicklung der  Baureihe 03 erhielt die Baureihe 03.10 ein Dreizylindertriebwerk mit  einfacher Dampfdehnung, wobei das mittlere Triebwerk (Innenzylinder) die 1.  Kuppelachse und die beiden Außentriebwerke die 2. Kuppelachse antreiben.  Mit dem Drillingstriebwerk wurde eine höhere Laufruhe im Bereich der  Höchstgeschwindigkeit erreicht. Die ursprüngliche Höchstgeschwindigkeit  der Maschinen von 150 km/h ist im Jahr 1941 auf Verfügung des  Reichsverkehrsministeriums auf 140 km/h herabgesetzt worden.

Nach der  Indienststellung kamen die Lokomotiven der Baureihe 03.10 zunächst in  die Bahnbetriebswerke Nürnberg, Ulm, Wien-West und Linz. Doch schon 1942 konzentrierte man die Maschinen in den Bw Posen und Kattowitz, bevor  man sie zum Ende des Zweiten Weltkrieges  in Richtung Westen abfuhr.  Insgesamt 21 Lokomotiven der Baureihe 03.10 waren schließlich im Bestand der Deutschen Reichsbahn der DDR, welche die Maschinen zunächst im  Wesentlichen in den Betriebswerken Leipzig-West und Halle P  stationierte. Schon kurz nach dem Krieg entfernte man die nun unnötig  gewordene Stromlinienverkleidung von den Lokomotiven.

Ab 1959 wurden 16  der 21 Lokomotiven einem Rekonstruktionsprogramm unterstellt. Dabei  erhielten sie neue Kessel sowie Mischvorwärmer-Anlagen. Lediglich die 03 1010 und 03 1074 behielten ihre Oberflächenvorwärmer,  da sie, ausgestattet mit Riggenbach-Gegendruckbremsen, bei der VES M in  Halle vorwiegend als Bremslokomotiven eingesetzt wurden. Sie waren aber auch im planmäßigen Schnellzugverkehr zwischen Saalfeld und Berlin im Einsatz. Ab dem Jahr 1954 wurden alle 03.10 in Stralsund stationiert, von wo aus sie u.a. Schnellzüge  nach Berlin beförderten. Bis auf 03 1087 erhielten alle Lokomotiven  dieser Baureihe ab 1965 eine Ölhauptfeuerung. Die 03 1087 wurde 1952 auf Kohlenstaubfeuerung umgebaut, erhielt 1959 allerdings wieder eine  Rostfeuerung. Mit der Ölhauptfeuerung ausgerüstet zählte die Baureihe  03.10 zu den leistungsfähigsten Dampflokomotiven bei der Deutschen  Reichsbahn.

Die 03 1010 ist als einziges betriebsfähiges Exemplar der  Baureihe 03.10 erhalten geblieben, steht aber mit ihrem  Oberflächenvorwärmer nicht für die typische Reko 03.10. Diese vertritt  die nicht betriebsfähige 03 1090, welche in Schwerin abgestellt ist.  Unsere 03 1010 wurde am 07. November 1940 beim Bw Berlin-Grunewald in  Dienst gestellt, von wo aus sie 1942 zum Bw Stargard wechselte. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam 03 1010 zunächst zum Bw Leipzig West, doch schon  1953 wurde sie erstmals nach Halle umbeheimatet. Zu diesem Zeitpunkt  hatte sie bereits ihre Stromlinienverkleidung verloren. Wie bereits  erwähnt, wurde 03 1010 in Halle u.a. bei der VES M als Bremslokomotive  bei Versuchsfahrten eingesetzt. Im Jahr 1967 erfolgte im RAW Meiningen  der Umbau von Kohle- auf Ölhauptfeuerung, mit welcher die Lok bis 1980 im Einsatz war. Erst im November 1974 verließ sie das Bw Halle P in  Richtung Stralsund. Dort fand 03 1010 Arbeit im schweren  Schnellzugdienst nach Berlin. Am 31. Mai 1980 hatte sie die Ehre, den  letzten planmäßigen Dampfschnellzug auf der Strecke Berlin - Stralsund zu  bespannen, was gleichzeitig den Abschied der Baureihe 03.10 bedeutete.

Als offizielle Museumslok kam 03 1010 (auf Kohlefeuerung zurückgebaut) im Jahr 1982 wieder zurück nach Halle. In den folgenden Jahren wurde sie häufig vor Sonderzügen  eingesetzt. Spektakulär waren ihre Auslandsfahrten nach Schweden,  Österreich (beides 1987) und in die BRD/Niederlande (1989). In der "Nachwendezeit"  folgten Fahrten im gesamten Bundesgebiet sowie auf Strecken in den  Nachbarländern. Auch bei den zahlreichen Plandampfveranstaltungen seit  Anfang der 1990er Jahre wurde 03 1010 eingesetzt und begeisterte ein ums andere Mal die Fans des Drillingstaktes. Auf Grund ihres Klanges im  höheren Geschwindigkeitsbereich erhielt 03 1010 von britischen  Eisenbahnfans den Spitznamen Roaring Monster”

Im Verlauf ihres Lokomotivlebens hat 03 1010 bisher mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurückgelegt.

Leider erlosch die Betriebserlaubnis der 03 1010 am  02.11.2008, da alle Fristen abgelaufen waren.
 

Nun ist gelungen dieses einmalige  Stück deutscher Eisenbahngeschichte  in einen betriebsfähigen  Zustand zu versetzen, um wieder fahren zu können. Aber große Anstrengungen sind  noch nötig, um die 03 1010 dauerhaft  zu erhalten.
Seit der Wiederinbetriebnahme am 02.Juli 2011 hat die Lok innerhalb von eineinhalb Jahren mittlerweile bereits über 45 000km zurückgelegt und damit unter Beweis gestellt, dass sie noch längst nicht zum “Alten Eisen” gehört
(Stand April 2013)